Die Raffinesse eines Werbemannes

| Laura Tapphorn

Werbung will nur eins: Verkaufen! Richtig? Richtig – zumindest meist. Was passiert aber, wenn man die Idee verkaufen will, einfach mal nichts zu kaufen? Zum Beispiel heute, am internationalen „Buy-nothing-Day“ - dem Anti-Aktionstag zum überall gehypten Black Friday?

 

Seit Beginn der 1990er Jahre ruft die Organisation Adbusters jährlich zu dem konsumkritischen Aktionstag auf, der – und das ist zumindest in den USA das spannende – parallel zum Black Friday stattfindet, dem offiziellen Saisonstart der Weihnachts(shopping)saison. Entstanden ist die speziell konsumkritische Bewegung rund um die Adbusters durch das sogenannten Culture Jamming, eine Form der Parodie, bei der bestehende Werbemittel verändert und so sinnentfremdet  werden. Ziel ist es, den Widersacher (im Falle des Culture Jammings die große, böse Industriemaschinerie) bloßzustellen, bestehende Werbemechanismen offenzulegen und den Konsumenten so für künftige Manipulationen durch Werbung zu sensibilisieren. Nur ein Beispiel unter vielen ist der Culture Jam des bekannten Nike-Hakens  mit  dem dazugehörigen  Slogan „Just  do  it.“: Denn er ziert ausnahmsweise mal nicht die Abbildung erfolgreicher Sportler, sondern das  Portrait  eines  an  einer  Nähmaschine  sitzenden  Kindes. 

 

Doch Werber wären keine Werber, wenn sie nicht das reißerische, kontroverse Potenzial des Culture Jammings für ihre eigenen Zwecke entdeckt hätten. Ein besonders interessanter Kampf der Giganten findet dabei in der Fast-Food-Industrie statt: So lässt Burger King das Maskottchen ihres Erzfeindes McDonalds, Ronald McDonald, in einem Werbespot heimlich nach der Arbeit bei sich Burger kaufen oder „verkleidet“ ihre Filiale zu Halloween einfach mal als eine von McDonalds. Das hat zwar keinen Bildungs-Mehrwert – amüsant ist es allerdings trotzdem.

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