Industrie 4.0 - Wer macht da eigentlich mit?

| Florian Moritz

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) bezeichnet die Industrie 4.0 seit 2013 als "die intelligente Vernetzung von Maschinen und Abläufen in der Industrie mit Hilfe von Informations- und Kommunikationstechnologie." Dabei soll die technologische Zentrale dieses neuen Zeitalters nicht der Computer sein. Viel mehr stellt das Internet die Basis für intelligente Maschinen und deren Kommunikation sowie Vernetzung dar. Intention der Strategie ist unter anderem die Modernisierung der Produktion durch innovative Informationstechniken. Intelligent und wandelbar sowie effizient und nachhaltig soll die Industrie 4.0 im besten Falle sein und dabei in der Entwicklung von Produkten, der Produktion selbst, in der Logistik und für die Kunden eine optimale Nutzung aller Ressourcen garantieren. Doch die Technologie der Zukunft stellt hohe Anforderungen, die besonders für kleine und mittelständische Unternehmen (KMU), nur schwer zu realisieren sind.

 

Umfang und Struktur bereiten KMU Sorgen

 

Die Ergebnisse einer Umfrage im Survey Report von Rethink! SPMS aus dem Jahr 2018 macht deutlich, was die größten Hürden in der Umsetzung für den Mittelstand sind. Über die Hälfte der 271 Befragten aus unterschiedlichen Positionen von KMU gaben an, die Einführung neuer Strukturen und Prozesse zu fürchten. Ebenso bereitet die Beherrschung der immer größer werdenden Komplexität den Unternehmen Kopfschmerzen. Über die Kosten der Umstrukturierung machen sich dagegen nur ein Drittel der Teilnehmer Gedanken. Eine weitere Studie der Plattform Industrie 4.0 offenbarte im Sommer letzten Jahres ähnliche Ergebnisse. Viele Unternehmen aus dem Mittelstand können Ausmaße und Kernnutzen nicht einschätzen, der Ideentransfer von Best Practice-Modellen in den eigenen Betrieb sowie der Einstieg selbst bedarf Unterstützung sowie Förderprogramme.

 

Eine Frage des Geldes

 

Seit kurzem ist bekannt, dass Volkswagen mit Hilfe von Amazons Cloud-System AWS und Siemens als Partner in der Integration seine Fabrikhallen und Logistik digitalisieren will. Die Vernetzung und Digitalisierung von rund 1500 Zulieferern, 122 Fabriken sowie 30.000 Standorten sollen die Kosten in der Produktion immens senken und die Flexibilität, Effizienz und Produktivität erheblich steigern. Die sogenannte Volkswagen Industrial Cloud soll auch für andere Unternehmen nach und nach geöffnet werden. Volkswagen kündigte letztes Jahr Investitionen von 44 Milliarden Euro an - unter anderem auch in die Digitalisierung. Die KMU hingegen steigen zwar sukzessive in die Digitalisierung ein, planen hingegen lediglich 9,1% ihres Umsatzes in die Digitalisierung zu investieren. Umfragen zeigen, dass die Investitionen mit dem Jahresumsatz der Firmen steigt. Der Einstieg und Fortschritt ist also eine Frage des Geldes.

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