Neues Feature für die Jobsuche: Google for Jobs

| Florian Moritz

Wer als Unternehmen neue Mitarbeiter sucht hat heutzutage mehrere Optionen und Kanäle zur Auswahl. Laut einer Umfrage des Jobportals Monster.de, suchen 95% der Unternehmen in Deutschland in erster Linie auf ihrer eigenen Website, doch auch starke 77% über bekannte Jobportale wie Monster.de und Stepstone oder Business-Netzwerke wie Xing und LinkedIn. Die Unternehmen scheinen damit erfolgreich zu fahren, denn auf der anderen Seite des Internets nutzen Arbeitssuchende die gleichen Kanäle am häufigsten. Der Internetriese Google mischt hier ab sofort mit. Wer die Suchmaschine aufruft und nach Jobs in seiner Nähe sucht, bekommt ohne Umwege alle Stellenangebote der Jobportale gebündelt und direkt in der Google-Suche aufgelistet. Mit einem Klick auf die gewünschte Anzeige werden ausführliche Informationen angezeigt, bevor auf das bestimmte Portal zwecks tatsächlicher Bewerbung weitergeleitet wird. Die voraussichtliche Dauer zur Arbeitsstelle kann von Google-Usern direkt eingesehen werden; auch weitere Filtereinstellungen, wie den gewünschten Arbeitgeber, die Arbeitsstunden pro Woche und die Branche können ausgewählt werden. Ein zusätzlicher Service ist es, ähnliche Jobangebote per Mail zu erhalten und auf einen Blick alle Unternehmensbewertungen, zum Beispiel von kununu oder Glassdoor, angezeigt zu bekommen.

 

Wer ist der Gewinner?

 

Die Liste der Kooperationspartner von Google ist lang, sodass eine Jobsuche tatsächlich vielversprechend und weniger kompliziert erscheint - für den Nutzer. Mehr als 100 Partner sind bereits in den elitären Kreis von Google for Jobs aufgenommen worden, darunter einige populäre wie Xing, Absolventa, Jobs.zeit.de, Monster und LinkedIn, und reichen ihre Daten an den Tech-Giganten weiter. Stepstone hingegen, mit 40% Marktanteil der Branchenprimus, weigert sich seit langem seine Daten an Google weiterzugeben - die Daten müssen für den Google-Bot speziell aufbereitet werden - und auch Indeed zeigt sich wenig kooperativ und begründet mit einem zu geringen Mehrwert. [...] „alle Funktionen, an denen Google arbeitet, bietet Indeed bereits seit mehr als 14 Jahren“, sagte Frank Hensgens, Deutschland-Chef von Indeed gegenüber dem Handelsblatt. Allen anderen Partnern verspricht Google mehr Bekanntheit und eine höhere Sichtbarkeit in den Suchergebnissen. Es scheint, als ob die Präsenz im Moment eine größere Rolle für die Jobportale spielt als die Angst, dass Google ihnen irgendwann den Rang ablaufen könnte. Kritiker sehen die neue Funktion als Datenkrake und werfen der Suchmaschine vor, seine Marktmacht zu missbrauchen. So habe Google die Möglichkeit mit intelligenten Verknüpfungen Informationen über Jobs bereitzustellen, die es so noch nicht gegeben hat und bei der Jobportale früher oder später keine Rolle mehr spielen. Es kann schließlich nicht ausgeschlossen werden, dass Google, mit all seinen Mitteln, irgendwann selbst ein Portal eröffnet. Ein weiterer bitterer Punkt ist, dass Google sensible Nutzerdaten auf dem Silbertablett serviert bekommt und der Ausdruck "gläserner Nutzer" näher scheint als man glaubt. In den USA wird Google for Jobs seit 2017 angeboten, 80% der Arbeitssuchenden nutzen diesen Dienst dort bereits - pikant ist die Zusatzinformation, dass in Nordamerika und auch in Deutschland das Gehalt vom Arbeitgeber sowie vom Arbeitnehmer mit angegeben werden muss - für die deutsche Kultur eher unüblich; Jobangebote ohne diese Angaben werden als weniger relevant an das Ende der Liste verschoben. Google verzeichnet vier Millionen Suchanfragen - pro Minute. Google for Jobs wird derzeit kostenlos bereitgestellt.

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